Gastgeber werden – Die Einsteiger-Checkliste

Gastgeber werden was muss ich dafür tun?

Aller Anfang ist schwer, so heißt es. Gastgeber werden ist nicht schwer, man muss bzw. sollte nur wissen, was man tun muss. Diese Einsteiger-Checkliste soll zukünkftigen Gastgebern und Homesharern eine Hilfestellung sein. Ich rate jedem zukünftigen Gastgeber sich hier oder andernorts vorab zu informieren -insbesondere über die rechtlichen Rahmenbedingungen. Man erspart sich so eventuell viel Aufregung und Ärger zu einem späteren Zeitpunkt.

Zu dieser Checkliste:

Die Liste erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Ich habe mir Mühe gegeben an Alles was das Gastgeber werden betrifft zu denken, aber ich bin dennoch froh über Hinweise und Anmerkungen in den Kommentaren. Sofern ich etwas vergessen haben sollte, werde ich es dann nachpflegen.

Wo mir weiterführende Informationsquellen bekannt sind, werde ich diese verlinken. Um sich wirklich vollumfassend zu informieren ist das Besuchen dieser Links unerlässich, da ausführliche Erläuterungen den Rahmen einer Checkliste schnell sprengen. Hier in der Liste versuche ich mich auf das Wesentliche zu beschränken.

Abschliessend ist noch festzuhalten, dass dies keine Rechtsberatung darstellt oder diese ersetzt. Im Zweifelsfall sollte jeder potentielle Gastgeber sich professionell von einem Fachanwalt und/oder Steuerberater beraten lassen.

Einsteiger-Checkliste zum "Gastgeber werden"

Einschub: Während des Zusammenstellens der Checkliste zum „Gastgeber werden“ wurde diese dann doch immer länger und länger. Deshalb habe ich sie in einzelne, chronologische Abschnitte aufgeteilt. Auf diese Weise könnt Ihr Euch dann immer den Part anschauen, der gerade zu Eurer Situation passt.

Rechtliches im Vorfeld

  • Örtliche Gesetzeslage prüfen. Gibt es ein Verbot oder eine Satzung/Regelung in der jeweiligen Stadt/Gemeinde, die es zu beachten gibt? Im Zweifel kann ein Anruf bei der Stadt Klärung bringen. Städte mit entsprechenden Satzungen (soweit bekannt): Berlin, Bonn, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Münster .
  • Bauliche Rechtslage prüfen. Manche Länder und Gemeinden sehen in der Nutzung einer Wohnimmobilie (ganz oder teilweise) als Ferienwohnung eine genehmigungspflichtige Nutzungsänderung. Sofern nicht direkt ersichtlich sollte beim Bauamt nachgefragt werden.
  • Örtliche Besteuerung und Gebühren beachten. In einigen Städten ist eine Citytax, Kurtaxe, Bettensteuer oder ähnliches Abzuführen. Kläre inwiefern Du betroffen bist und wie Du im jeweiligen Fall zahlen kannst.
  • Mögliche Registierungspflichten beachten und rechtzeitig vor Beginn mit der Vermietung beantragen. Ggf. muss die Registierungsnummer bei der Inseratschaltung angegeben werden (bspw. Berlin).
  • Für Mieter: Bevor man sich mit dem Gastgeber werden weiter auseinandersetzt, muss man sich die schriftliche Einwilligung des Vermieters zur kurzfristigen bzw. kurzzeitigen Untervermietung einholen. Die einfache Genehmigung zur Untervermietung reicht hier nicht. Vermietung ohne Genehmigung kann die fristlose Kündigung zur Folge haben.
  • Für Eigentümer: Sofern es sich um eine WEG handelt, muss geprüft werden, ob die Teilungserklärung eine Zustimmung der Miteigentümer vorsieht.
  • Prüfen ob das Vorhaben einen gewerblichen Charakter hat um dementsprechend eine Gewerbeanmeldung vorzunehmen ist. Zum Thema der gewerblichen & steuerrechtlichen Aspekte findet sich ein guter Artikel auf Haufe.
  • Umsatzsteuerliche Betrachtung berücksichtigen sofern eine gewerbliche Einstufung erfolgt bzw. man bereits Umsatzsteuerpflichtig ist. Hier umbedingt den Steuerberater hinzuziehen
  • In Deutschland gibt es noch die GEZ/Rundfunkgebühr zu beachten. Homesharer haben hier weniger ein Problem, da es sich um bei der selbsbewohnten Wohnung auch um die erste, inkludierte Betriebstätte handelt. Alle die Etwas im größeren Stil planen, sollten sich über ihre Zahlungsverpflichtungen informieren.
  • Überprüfe Deinen Versicherungschutz. Achte insbesondere auf Klauseln in der  Hausratsversicherung bspw. in Bezug auf verlorene Schlüssel und Einbruchdiebstahl als Folge.
  • Erstelle oder besorge Dir Vordrucke für Meldescheine. Informiere Dich bzgl. der Pflichtangaben nach dem jeweiligen Landesgesetz des Bundeslandes, in dem Deine Unterkunft liegt.

Einrichtung, Ausstattung und Gestaltung

  • Ein vollwertiges Bett bzw. zwei oder ein Doppelbett. Auf AirBnB kann man auch mit einer Schlafcouch Gastgeber werden. Ich empfehle im Hinblick auf einen nachhaltigen Erfolg ein richtiges Bett.
  • Bettzeug exklusiv für Gäste. Mindestens 1 Kopfkissen und eine Decke pro Gast (auch bei Doppelbetten)
  • 2 Sets an Bettbezügen (mindestens), wobei die Laken vorzugsweise weiß sein sollten.
  • Mindestens 2 große und 2 kleine Handtücher pro Gast. Es wird zwar jeweils nur eines zur Verfügung gestellt, aber ein Wechsel sollte auch während des Aufenthalts problemlos möglich sein
  • Eigentlich selbstverständlich aber Toilettenpapier und Seife sollte auch immer vorhanden sein.
  • ein Fön mit ausreichender Wattstärke für weibliche und langhaarige Gäste
  • ausreichende Zahl an Waschlappen (bei 60° waschbar)
  • Nachtischlampe oder ähnliches beim Bett
  • Ablagemöglichkeit für den Koffer oder ein ausreichend großer Schrank/Kommode
  • mindesten 8 Kleiderbügel
  • ein Haken oder ein Gaderobenständer für Mäntel und Jacken
  • zusätzliche warme Decken für die kalten Jahreszeiten
  • WLAN-Zugang entweder durch ein Gastnetz oder eine spezielle Beschützerbox
  • Gästemülleimer
  • Lokaler Reiseführer in Deutsch und Englisch
  • Schampoo oder Shampoospender
  • Rauchmelder
  • Kohlendioxidmelder
  • Bademäntel
  • Strandhandtücher
  • Reisebügeleisen
  • Reisebügelbrett
  • Schreibtisch/Arbeitsplatz mit Stuhl
  • TV
  • Abschliessbares Zimmerschloss
  • Feuerlöscher
  • Erste-Hilfe-Set
  • Sicherheitsanweisungen für den Notfall (einlaminiert)

Grundausstattung

  • Gläser
  • Kaffeetassen (mit Untertasse)
  • Teetassen (große Becher)
  • kleine Teller
  • große Teller
  • Müslischalen
  • Messer
  • scharfes Messer
  • Gabeln
  • große Löffel
  • Teelöffel
  • Flaschenöffner
  • Dosenöffner
  • Schwamm
  • Geschirrtuch
  • Spülmittel (kleine Flasche aus dem Drogeriemarkt)
  • Wasserkocher
  • Tee
  • Instant-Kaffee
  • Zucker (Würfel)
  • Salz
  • Pfeffer
  • Essig
  • Öl

Zusätzliche ★-Bringer

  • Sektgläser
  • Weingläser
  • Korkenzieher
  • Kaffeemaschine
  • Mikrowelle
  • Mini-Kühlschrank
  • Fliegengitter
  • Autan
  • Ventilator
  • Klimaanlage
  • Fliegenklatsche
  • Verdunklungsrollo
  • Kinderstuhl
  • Babybett und/oder Beistellbett
  • Bügeleisen
  • Bügelbrett
  • USB-Steckdosen

Erstellung des Inserats

  • Zimmer & ggf. Küche bzw. Kochnische einrichten
  • Wohnung aufräumen
  • Fotos machen
  • Bei AirBnB anmelden
  • Inserat erstellen. Folge einfach Schritt 1 der Menüführung von AirBnB und klicke alles an was auf Deine Unterkunft zutrifft. Achte insbesondere auf korrekte Einordnung der Zahlenangaben von Betten und Bad, da diese später vom Gast bei der Suche gefiltert werden können.
  • Fotos hochladen und richtig anordnen. Beachte hierzu auch meinen Artikel Fototipps.
  • Gib die einführende Beschreibung ein. Beachte hierzu auch meinen Artikel „Eine überzeugende Beschreibung erstellen“.
  • Gib einen Titel bzw. eine Überschrift für Dein Inserat ein. Der Titel ist von besonderer Bedeutung, da Gäste diesen in Kombination mit Deinem Titelbild als erstes zu sehen bekommen. Bitte nimm Dir deshalb die Zeit und lies meine Artikel zur Titelerstellung.
  • Beginne mit dem 3. und letzten Schritt der Inseratserstellung auf AirBnB
  • Beschränke Dich bei den Hausregeln nicht nur auf die vorgegebene Auswahl. Nimm Dir Zeit und schreibe dort alles auf, was Dir wichtig ist und woran Deine Gäste sich halten müssen.
  • Setze Haken bei allem was auf Deine Unterkunft zutrifft und was Deine Gäste vorab wissen sollten. Das ist wichtig um späteren Unstimmigkeiten und schlechten Bewertungen vorzubeugen. Wenn ein Haken gesetzt wird, kannst und solltest Du den Grund dafür kurz für den Gast erläutern (wenn möglich auch in Englisch).
  • Nimm nun die Kalendereinstellungen vor. Ich empfehle Dir hierzu vorab die Lektüre des folgenden Abschnitts Gastgeberguide: Durchstarten und der Blogartikel-Reihe zur Preisstrategie.
  • Nachdem Du alle Einstellung vorgenommen hast, kannst Du es zum Schluß aktivieren und Deine ersten Gäste Erwarten.

Die erste Buchung

  • Sende eine Begrüßungs-/Bestätigungsmail
  • In der Woche vor der Anreise sende erneut eine Mail um letzte Details wie bspw. den Check-in abzustimmen
  • Bereite Deine Unterkunft rechtzeitig vor
  • Vergewissere Dich dass Deine Gäste Dich auch finden können. Haben Sie die Adresse? Ist ein Klingelschild vorhanden? etc.
  • Stelle sicher dass Du einen funktionierenden Schlüssel für Deine Gäste bereithälst
  • Lege einen Meldeformular- Vordruck bereit
  • Überprüfe ob ausreichend Klopapier usw. vorhanden ist
  • Sofern Gäste an Tagen mit eingeschränkten Ladenöffnungszeiten anreisen, weise sie darauf hin. Dies ist insbesondere bei internationalen Gästen wichtig.
  • Begrüße Deine Gäste, zeig ihnen die Unterkunft und ihre Besonderheiten und weise auf Besonderheiten Deiner Hausregeln hin.
  • Lass Dir den Meldeschein ausfüllen.
  • Zur Hälfte des Aufenthalts frage explizit nach ob alles zur vollsten Zufriedenheit ist und ob Du etwas verbessern kannst.
  • Verabschiede Deine Gäste. Frag nach, ob alles in Ordnung war und frag auch nach Verbesserungspotential
  • Schreibe innerhalb der 6 Stunden nach Abreise eine Dankes-Mail/Nachricht.

Soweit sollten diese ersten Checklisten zum „Gastgeber werden“ erstmal den Größtenteil an wichtigsten Informationen und Handlungen abdecken. Weiterführende Informationen zum Thema „Gastgeber werden“ und wie man sein Inserat auf AirBnB optimieren kann findet Ihr in meinem ausführlichen Gastgeberguide, sowie den darin verlinkten Artikeln.

Nach und nach werde ich noch weitere Informationen und Verlinkungen hinzufügen. Wenn Euch  diese Checkliste oder diese Webseite allgemein gefallen hat, dann teilt diese bitte fleißig auf Facebook und anderen Social Media Kanälen.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

Dominic

@Homesharer.de

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